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Gansabhauet
Schläger mit Sonnenmaske

Die Ursprünge der traditionellen Gansabhauet, die jeweils am Martinstag vor dem Surseer Rathaus über die Bühne geht, sind noch immer im Dunkeln. Bekannt ist lediglich, dass der Brauch um 1820 aus Sursee verschwand, aber bereits 41 Jahre später wieder zum Leben erweckt wird. Wie der Name schon erahnen lässt, geht es bei der Gansabhauet darum, den Hals der leblosen Gans mit einem Säbelhieb zu durchtrennen. Ob der traditionelle Anlass auf die mittelalterlichen Zehntenabgaben an die Klöster Muri, St. Urban und Einsiedeln am Martinitag zurück geht, ist historisch nicht ausreichend belegt. Sicher ist, dass ähnliche Bräuche um das wertvolle Tier Gans früher in ganz Europa verbreitet waren. Sicher ist vor allem, dass sich auch dieses Jahr am 11. November wieder zahlreiche Schaulustige vom archaischen Brauch in den Bann ziehen lassen werden. Gekleidet in einen roten Umhang, bewaffnet mit einem stumpfen Dragonersäbel, die Augen hinter der goldenen Sonnenmaske verbunden, versuchen die jungen Frauen und Männer das Federvieh mit einem einzigen Hieb herunterzuschlagen. Wem das Kunststück gelingt, dem winkt neben Ruhm und Ehre auch ein leckeres Festmahl. Der erfolgreiche Schläger und im Jahr 2019 erstmals die erfolgreiche Schlägerin darf die Gans mit nach Hause nehmen. Preis der Gansabhauet war früher und ist auch heute noch die Gans.

Normalerweise ziehen, begleitet von Pauken- und Trommelschlägen die Organisatoren, der Stadtrat, die Zunft „Heini von Uri“ und die geladenen Gäste um 15 Uhr zum Festplatz. Um 15.15 Uhr darf der erste Schläger – nach einem Glas Wein und einigen Drehungen um die eigene Achse – sein Glück versuchen. Zwischen den einzelnen Schlägen können sich die Kinder beim „Stangechlädere“ ein Geschenk sichern, beim „Sackgompe“ gegeneinander antreten oder sich beim „Chäszänne“ mit einer möglichst verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Für eine besondere Atmosphäre in der Surseer Altstadt sorgen am frühen Abend die Kinder mit ihren „Räbeliechtli“. Der Lichterumzug startet um 17.15 Uhr beim Untertor und führt danach durch die autofreie und verdunkelte Altstadt zum AltersZentrum St. Martin.

Doch dieses Jahr ist kein normales Jahr. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Gansabhauet 2020 abgesagt.

Die Kommission Gansabhauet hofft, zusammen mit dem Stadtrat von Sursee und der Zunft Heini von Uri, die Gansabhauet nächstes Jahr 2021 wieder im gewohnten Rahmen durchführen zu können.

2020 können sich die Kinder dennoch im «Chäszännen» üben, und Schlägerinnen und Schläger versuchen für sich eine Gans – eine Honiggans – zu gewinnen. Gesucht: Grimassen-Könige und Gans-Schlägerinnen!

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