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Der Brauch geht jeweils am 11. November im Surseer Städtli über die Bühne. Obwohl der Ursprung unklar ist, trifft sich Jung und Alt zur Gansabhaut, zum «Stangechlädere» oder dem «Räbeliechtliumzug»

Kein Blickkontakt, etwas Wein und viel Glück

Begleitet von Pauken- und Trommelschlägen ziehen der Stadtrat, die Zunft «Heini von Uri» und die Organisatoren mit den geladenen Gästen nach dem Mittag zum Festplatz. Anschliessend stellt sich der erste Schläger – nach einem Glas Wein und einigen Drehungen um die eigene Achse – der Gansabhauet. Gekleidet in einen roten Umhang, bewaffnet mit einem stumpfen Dragonersäbel, die Augen hinter der goldenen Sonnenmaske verbunden, versuchen die jungen Frauen und Männer das Federvieh mit einem einzigen Hieb den Rumpf einer leblosen Gans mit Schlag vom Kopf zu trennen. Wem das Kunststück gelingt, dem winkt neben Ruhm und Ehre auch ein leckeres Festmahl. Der erfolgreiche Schläger – bis jetzt ist noch keiner Frau der entscheidende Schlag geglückt – darf die Gans mit nach Hause nehmen. Preis der Gansabhauet war früher und ist auch heute noch die Gans.

Aktive Kinder

Zwischen den einzelnen Schlägen können sich die Kinder beim «Stangechlädere» ein Geschenk sichern, beim «Sackgompe» gegeneinander antreten oder sich beim «Chäszänne» mit einer möglichst verrückten Grimasse ein Stück Käse verdienen. Für eine besondere Atmosphäre in der Surseer Altstadt sorgen am frühen Abend die Kinder mit ihren «Räbeliechtli». Der Lichterumzug startet beim Untertor und führt danach durch die autofreie und verdunkelte Altstadt zum AltersZentrum St. Martin.

Herkunft im Dunkeln

Die Ursprünge der traditionellen Gansabhauet, die jeweils am Martinstag vor dem Surseer Rathaus über die Bühne geht, sind noch immer im Dunkeln. Bekannt ist lediglich, dass der Brauch um 1820 aus Sursee verschwand, aber bereits 41 Jahre später wieder zum Leben erweckt wird. Wie der Name schon erahnen lässt, geht es bei der Gansabhauet darum, den Hals der leblosen Gans mit einem Säbelhieb zu durchtrennen. Ob der traditionelle Anlass auf die mittelalterlichen Zehntenabgaben an die Klöster Muri, St. Urban und Einsiedeln am Martinitag zurück geht, ist historisch nicht ausreichend belegt. Sicher ist, dass ähnliche Bräuche um das wertvolle Tier Gans früher in ganz Europa verbreitet waren. Sicher ist vor allem, dass sich auch dieses Jahr am 11. November wieder zahlreiche Schaulustige vom archaischen Brauch in den Bann ziehen lassen werden.

Anreise

Gansabhauet
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