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Wakkerpreis 2003 - Weg vom Städtli zur selbstbewussten Stadt


Der Wakkerpreis 2003 des Schweizer Heimatschutzes (SHS) ging an die Stadt Sursee. Mit der Auszeichnung würdigte der SHS bereits zum dritten Mal das vorbildliche Engagement einer Gemeinde im Agglomerationsraum des schweizerischen Mittellandes für ihre qualitätvolle Siedlungsentwicklung. Mit wegweisenden baulichen Zeichen hat die Stadt einerseits den historischen Kern vor der Musealisierung bewahrt und andererseits den umliegenden, lange vernachlässigten Siedlungsraum bedeutend aufgewertet.

Stadthof Sursee
Stadthof Sursee
Die am nördlichen Ende des Sempachersees gelegene Stadt Sursee ist Zentrum der Region und Hauptort des gleichnamigen Amtes. Die Stadt erlangte durch ihre Lage an der Gotthardroute bereits im Mittelalter Bedeutung. Die Bahnlinie Basel-Luzern und die Autobahn N2 sind ihre heutigen Lebensadern. Vor allem letztere bescherte dem Landstädtchen seit den 1950er Jahren ein starkes Wachstum. Die Bevölkerung verdoppelte sich in wenigen Jahrzehnten auf 8'000 Einwohner. Plötzlich war Sursee mit den Problemen einer ganz normalen Agglomerationsgemeinde konfrontiert. Ein unkontrolliertes Wachstum liess die Baukultur auf der Strecke bleiben. Hinzu kam die schleichende Auszehrung der Altstadt. Die Kleinstadt, die sich jahrhundertlang im Schutz der alten Mauern bewegt hatte, war gefordert.

Neue Impulse für die Stadtentwicklung

Ende der 1980er-Jahre begannen die Verantwortlichen der Stadt das Steuer herumzureissen und packten die Aufwertung des gesamten Siedlungsraumes aktiv an. Der Stadtrat liess von der Firma Metron AG ein Verkehrskonzept erarbeiten. Lösungen für den Umgang mit dem städtischen Grünraum lieferten die Landschaftsarchitekten Kienast und Partner. Weiter vermochte die Stadt mit einer konsequenten Wettbewerbspolitik die Qualität der Architektur deutlich zu steigern. 2000 wurde die Altstadtkommission von einer unabhängigen Stadtbaukommission abgelöst, die sich bei wichtigen Bauvorhaben den Fragen der Gestaltung und des Städtebaus auf dem gesamten Siedlungsraum annimmt.

Wegweisende städtebauliche Akzente

Die beispielhaften Bemühungen trugen Früchte. Vor den alten Stadtmauern wurde der sogenannte Stadthof gebaut. Das Projekt des Architekten Luigi Snozzi basiert auf einem von der Stadt initiierten Wettbewerb für ein neues Stadthaus. Die Beteiligung der Stadt scheiterte jedoch in der Volksabstimmung über den Baukredit. Der Stadtrat, von der Qualität des Projektes überzeugt, liess nicht locker und suchte nach privaten Investoren. Heute definiert der Neubau, der neben Geschäften und der Post auch Wohnungen beherbergen wird, den öffentlichen Raum in überzeugender Art und Weise: er übt eine Scharnierfunktion zwischen Altstadt und neuer Stadt aus, schafft einen städtischen Platz und damit neue Lebensqualität. Auf der gegenüberliegenden Platzseite steht das Schulhaus St. Georg. Der restaurierte, eindrückliche Bau aus dem Jahre 1902 erhielt mit der neuen Situation eine Wertsteigerung. Das Wohn- und Geschäftshaus Renggli der Luzerner Architekten Scheitlin & Syfrig begrenzt den Platz auf der Nordseite. Der aus einem privaten Wettbewerb hervorgegangene Holzbau zeigt, dass der Funke auch auf Private übergesprungen ist.

Weiterentwicklung der Altstadt

Auch in der Altstadt nahm die Stadt das Heft in die Hand und wirkte der Auszehrung und Musealisierung erfolgreich entgegen. Ausgehend vom Verkehrskonzept liess sie in den 1990er-Jahren ein Leitbild erarbeiten mit dem Ziel, den öffentlichen Raum attraktiver zu machen. Das Siegerprojekt eines Ideenwettbewerbs war bestechend. Mit präzisen Eingriffen gelang es der Planergemeinschaft Ineichen, Affentranger, Dové und Egloff, Luzern, die städtebaulichen Strukturen zu klären. Heute sind die Plätze ausgeräumt, die Trottoirs entfernt, die ehemalige Pflästerung der Strassen ist wiederhergestellt und der offene Wasserlauf der Sure qualitätvoll ins städtische Leben integriert. Mit gezielten, zeitgemässen Interventionen wie dem neuen Rathausbrunnen, dem angedeuteten Stadttor an der Südpforte oder der Erweiterung des Stadttheaters zeigt die Altstadt, dass sie nicht von gestern ist. Der motorisierte Privatverkehr geniesst nunmehr nur noch ein Gastrecht und lässt so den Fussgängern und Velofahrern genügend Raum.

Der Schweizer Heimatschutz setzt ein Zeichen

Der Stadt Sursee ist es gelungen, während der letzten 10 bis 15 Jahre die Stadtentwicklung in eine neue, qualitätvolle Richtung zu lenken. Sie hat sich nicht auf den Lorbeeren einer vorbildlich restaurierten Altstadt ausgeruht, sondern den Ernst der Gegenwart erkannt. Das ehemalige Landstädtchen hat sich zu einem beispielhaften Schrittmacher im Bereich Stadtplanung und Stadtgestaltung gemausert. Mit der Verleihung des Wakkerpreises wollte der Schweizer Heimatschutz (www.heimatschutz.ch) ein Zeichen setzen und andere Gemeinden animieren, dem guten Beispiel von Sursee zu folgen.

Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes

Der Schweizer Heimatschutz (SHS) vergibt jährlich den Wakkerpreis. Die Auszeichnung ist mit 20'000 Franken dotiert. Erstmals ermöglicht wurde sie 1972 durch ein Vermächtnis des Genfer Geschäftsmannes Henri-Louis Wakker (1875-1972) an den Schweizer Heimatschutz. Weitere seither eingegangene Legate erlauben es dem SHS, den berühmten Preis bis heute vergeben zu können.
Anfänglich standen die Bemühungen einer Gemeinde für die Erhaltung eines historischen Ortsbildes im Zentrum des Wakkerpreises. Seit über 10 Jahren werden jedoch Gemeinden ausgezeichnet, die ihr Ortsbild unter einem bestimmten aktuellen Gesichtspunkt weiterentwickeln oder aufwerten.

(Text Schweizer Heimatschutz 2003)

Faltblatt - Willkommen in Sursee - Modernes in einer alten Stadt